Antworten zur „Klimaschule“ Joliot-Curie-Gymnasium

Nach Presseberichten und öffentlichen Diskussionen zum Engagement von Schülerinnen und Schülern am Joliot-Curie-Gymnasium für mehr Klimaschutz haben wir als Fraktion Motor Görlitz/ Bündnisgrüne/SPD eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Inzwischen liegt die Antwort vor. Sie enthält einige konkrete Angaben, lässt aber auch wichtige Fragen offen.

Wo ist das Solar-Gutachten?

Die Schülerinitiative hatte u. a. vor, eine Solaranlage zu errichten und dafür ein Förderprogramm zu nutzen. Die Verwaltung kommt zu dem Ergebnis, dass dieses Programm nicht geeignet ist, weil es auf Anlagen mit mehreren Nutzern zugeschnitten ist. Gleichzeitig wird erklärt, dass für eine Umsetzung weitere Prüfungen notwendig wären, etwa zu Statik und Denkmalschutz.

Aus Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wissen wir allerdings, dass es bereits ein Gutachten zur Solaranlage geben soll. Wir werden klären, wo dieses Gutachten geblieben ist.

Mit Freude haben wir gelesen, dass eine alte Forderung unserer Fraktion aufgegriffen wird. So habe sich das zuständige Fachamt „ohnehin vorgenommen“, systematisch zu prüfen, welche kommunalen Gebäude zukünftig mit PV-Anlagen ausgestattet werden können. Wir werden regelmäßig nachfragen.

Trinkwasserbrunnen braucht Sponsoren

Die Schülerinnen und Schüler hatten außerdem vorgeschlagen, einen Trinkwasserbrunnen am Gymnasium zu errichten. Die Verwaltung nennt dafür konkrete Zahlen. Die Kosten für Bau und Installation liegen bei etwa 10.000 bis 15.000 Euro, hinzu kommen laufende Kosten für Betrieb und Wartung. Vergleichbare Projekte wurden in Görlitz bisher vor allem über Sponsoring, Spenden oder Fördermittel finanziert.

Es läuft ein Austausch mit den Stadtwerken Görlitz, um auch für das Joliot-Curie-Gymnasium Möglichkeiten für die Umsetzung zu prüfen. Die Verwaltung empfiehlt ausdrücklich, gemeinsam mit dem Schulförderverein weitere Sponsoren zu gewinnen.

 

Insektenhotel soll in den Schulgarten

Auch die Idee eines Insektenhotels wurde bewertet. Das Rathaus führt aus, dass es nicht um einen Standort auf dem Wilhelmsplatz gegangen sei. „In den Gesprächen ging es um die Aufstellung eines Insektenhotels auf dem Schulhof bzw. im Schulgarten des Curie-Gymnasiums. Aufgrund des geringen Grünanteils auf dem Schulhof wurde von der Verwaltung der Standort Schulgarten empfohlen.“ Der Wilhelmsplatz sei als stark frequentierter Standort wenig geeignet.

Für uns bleibt festzuhalten: Die Vorschläge der Schülerinnen und Schüler werden inhaltlich aufgegriffen. Gleichzeitig bleibt einiges unklar. Wir werden die offenen Punkte weiterverfolgen.

Hintergrund

Das Curie-Gymnasiums Görlitz wurde im Sächsischen Landtag als „Klimaschule“ ausgezeichnet. Grundlage dafür war die Arbeit eines Projektteams aus Schülern und Lehrern. Ein Jahr lang haben sie einen Klimaschulplan erarbeitet, Projekte entwickelt, mit der Stadtverwaltung gesprochen, Maßnahmen geprüft und ihre Schule als Ganzes in den Blick genommen, von Müllvermeidung über regionale Obsttage bis hin zu Fragen der Energieeffizienz im Gebäude.

In einem Pressebericht der Sächsischen Zeitung wurde über Schwierigkeiten berichtet. Dabei ging es um einen Trinkwasserbrunnen, der erst in sechs Jahren kommen soll. Zweiter Knackpunkt war das vergebliche Bemühen um ein Insektenhotel auf dem Wilhelmsplatz und auch ein Solarmodul auf dem Dach des Gymnasiums war vergeblich mit der Stadtverwaltung besprochen worden. Diese Themen griff unsere Anfrage auf.

Der Vorsitzende der AfD-Stadtratsfraktion Sebastian Wippel verspottete währenddessen öffentlich die Arbeit der Jugendlichen. Ein Insektenhotel bauen und Äpfel holen, das sei „Grundschulniveau“, erklärte der jetzige OB-Kandidat auf Facebook. Dabei gingen die Bemühungen der Schülerinnen und Schüler weit darüber hinaus.

 

Text/Foto: Mike Altmann