
Die Europastadt wächst weiter zusammen – ganz konkret im Alltag von Familien und Kindern. Bei einer gemeinsamen Stadtratssitzung von Görlitz und Zgorzelec haben Oberbürgermeister Octavian Ursu und sein Amtskollege Rafał Gronicz eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Schulbesuch von Görlitzer Kindern in Zgorzelec erleichtern soll.
Die Idee dahinter ist so einfach wie kraftvoll: Kinder sollen die Sprache der Nachbarn lernen, kulturelle Unterschiede verstehen und sich ganz selbstverständlich auf beiden Seiten der Stadt bewegen. Für Ursu ist das „die konsequenteste Form der Brückenbildung“, nicht nur symbolisch, sondern im echten Leben.
Görlitz und Zgorzelec wollen den gemeinsame Bildungsraum enger knüpfen, bürokratische Hürden abbauen, einen verlässlichen Wegweiser für interessierte Familien entwickeln und Eltern aktiv begleiten, die sich für eine Beschulung ihrer Kinder in Zgorzelec entscheiden.
Für unsere Fraktion ist das ein Herzensthema. Schon lange setzen wir uns dafür ein, dass die Europastadt nicht nur auf dem Papier existiert, sondern auch in Schulen lebt. In Gesprächen, Initiativen und Anträgen haben wir immer wieder darauf gedrängt, grenzüberschreitende Bildungswege einfacher zu machen. Eltern sollten keine Ämterodysseen in Sachsens Kultusbürokratie mehr mitmachen müssen.
Ein wichtiger Meilenstein war der Stadtratsbeschluss vom 25. April 2024. Damit wurde auf unseren Antrag hin die Stadtverwaltung beauftragt, genau solche Ansätze voranzubringen und konkrete Lösungen für mehr Austausch und Zusammenarbeit im Bildungsbereich zu entwickeln. Klarer Auftrag: Die Europastadt soll auch im Klassenzimmer stattfinden.
Die jetzt unterzeichnete Absichtserklärung knüpft genau daran an und bringt das Thema einen wichtigen Schritt weiter. Aus Ideen werden Strukturen. Und aus Visionen wird langsam Realität: Europa beginnt in Görlitz-Zgorzelec schon auf dem Schulweg.
